Medizinische Direkthilfe, Schulprojekte, Mützen, Decken, Suppenküche

Fortsetzung der Projekte in Nord- und Ostindien

 

Fr 09.11.2018 - 15:00, geschrieben von Frank, veröffentlicht von Frank

1.100 Patienten in fünf Tagen im „Free Medical Hospital“ behandelt

Nachdem der erste Tag des Free Medical Hospital sehr gut gelaufen war, gilt es am frühen Morgen des Folgetages zu improvisieren. Leichter Regen hat eingesetzt und so müssen die Behandlungsräume von draußen in die nebenliegende Schule verlegt werden. Während die Technik noch zusätzliche Lampen installiert und die Medikamente in der „Apotheke“ noch sortiert werden, treffen trotz der schlechten Witterung die ersten Patienten ein. Alle helfen bei dem „Umzug“ mit, auch die Schüler sind mit großem Eifer dabei.

Der Tag ist für das Team bis in die Abendstunden ausgefüllt. Bis auf kurze Unterbrechungen für einen Tee und ein Mittagessen bleiben keine Verschnaufpausen. Das Resümee fällt positiv aus, trotz der erschwerten Bedingungen konnten alle Patienten gut behandelt werden. Zum Glück sind die Wetteraussichten für die Folgetage wieder gut. Auch die zweite Nacht ist kalt und die Patienten welche zur Beobachtung über Nacht bleiben mussten werden in den Schulräumen mit Decken und Schlafsäcken einquartiert.

Die nächsten Tage scheint wieder die Sonne. Viele Patienten kommen nun zu Fuß bzw. werden gebracht und es bildet sich zum Teil eine lange Schlange an der Registrierung. Alle verfügbaren Helfer werden mobilisiert. Neben den Behandlungsräumen in welchen Assistenten und Dolmetscher gebraucht werden, gilt es die wartenden Menschen zu versorgen. Das Fahrerteam kocht Chai und mit dem mitgebrachten Küchenequipment wird Essen gekocht.

Hunderte Patienten werden so durch das „Behelfskrankenhaus“ geschleust. In der Aufnahme werden die persönlichen Daten sowie Beschwerden aufgenommen und Nummern verteilt, dann geht es ins Labor für Blutentnahme und ähnliches. Anschließend in den Wartebereich und schließlich in die Behandlungsräume der Ärzte. Die verschiedensten körperlichen Beschwerden werden untersucht, behandelt und die Patienten beraten. Notwendige Medikamente gibt es direkt im Anschluss in der Apotheke auf Vorrat. Am meisten müssen Infektionen aller Art (Lunge, Ohren, Blase), Mangelzustände (Osteoporose durch Kalziummangel, Anämie durch Eisen-/B12/Folsäuremangel, Proteinmangel und Untergewicht(!) ...), Bluthochdruck, Diabetes (mildere Formen), Frauenleiden, Hämorrhoiden, Augenkrankheiten usw. behandelt werden.

Auch zahnmedizinisch kann diesmal professionell Linderung verschafft werden, das Team hat eine mobile Zahnarztpraxis aufgebaut. Circa 50 Zähne müssen bei den etwa 30 Patienten gezogen werden, überwiegend aufgrund von Parodontitis und Infektionen...
Auf Anregung von Marcus zeigt Herr Shukla den Kindern in der Schule, mit einem mitgebrachten Modellgebiss, wie man richtig die Zähne putzt. Die Kleinen üben unter Anleitung mit großem Eifer und alle hoffen dass sie dies dann auch zu Hause anwenden.

Viele Mütter mit Kindern sind unter den Patienten und die mitgebrachten Stofftiere helfen den ein oder anderen kleinen Patienten abzulenken. Dazu werden die vielen mitgebrachten selbst gestrickten Wollmützen unserer Strickfreundinnen verteilt. Blicke und Gesten voller Dankbarkeit zeigen den großen Wert den diese kleinen Geschenke für die Menschen hier oben haben...

Am Abend des dritten Tages wird gerade die Tür des Krankenhauses geschlossen und das Team setzt an zur Unterkunft zu laufen. In diesem Moment bringt eine Gruppe Menschen voller Aufregung eine schwer verletzte Frau auf einer Trage – sie wurde gerade von einem Büffel verletzt. Sofort wird die Erstversorgung gestartet. Nach bangem Warten für den Rest des Teams kommt endlich die positive Nachricht – Kreislauf und Gesundheitszustand sind stabilisiert. Nach langem Warten kommt ein Fahrzeug um die Frau aus dem entlegenen Bergdorf in das nächste Krankenhaus zu fahren. Alle sind erleichtert und gehen in Gedanken versunken zum Abendessen.
Was wäre passiert wenn man nicht „zufällig“ gerade vor Ort gewesen wäre?

Die Zeit rast und das Ende des Aufenthaltes und damit des „Free Medical Hospital“ kommt immer näher. 45 Patienten müssen über die fünf Tage aufgrund weiterführender Diagnostik (CT, Röntgen etc.) oder für notwendige Operationen in Kliniken (4-6 Stunden Fahrtzeit!) überführt werden.
Die Anspannung lässt nach als sich langsam abzeichnet, dass auch die Anzahl der wartenden Patienten immer kleiner wird...

Glücklich wird dann am Abend des letzten Tages Bilanz gezogen – mehr als 1.100 Menschen wurden behandelt! Und die Medikamente haben genau ausgereicht, trotzdem alle Patienten, bei denen eine längere Einnahme notwendig ist, sogar für 3-6 Monate Vorrat erhalten haben.  Nun heißt es nur noch am nächsten Morgen aufzuräumen und allen Helfern vor Ort Danke und auf Wiedersehen zu sagen. Der Abschied ist herzlich und es fällt schwer die neuen Freunde zurück zu lassen...

Der erste Teil der Rückreise beginnt mit einem Zwischenstopp im Krankenhaus in Sri Nagar, wo die verlegten Patienten besucht werden. Diese Fälle waren die schwierigsten und so nimmt sich das Team hier viel Zeit für die Besuche und die Organisation der weiteren Versorgung.

Mit einem guten Gefühl beginnt am nächsten Tag früh die Rückfahrt nach Delhi wo das Team in der Nacht wohlbehalten im Hotel in Karol Bagh eintrifft. Bis Samstag ist eine Ruhephase bevor ein Teil zurück in die Heimat fliegt und Benno neu zum Team für den zweiten Teil der Reise dazu stößt.

 

Fr 02.11.2018 - 11:10, geschrieben von Frank, veröffentlicht von Frank

Free Medical Hospital "eröffnet"

Gestern Abend ist das Team ist nach 20 Stunden Fahrt (mit Pausen) planmässig in Ukhimath angekommen. Noch in der Nacht waren der LKW und der Transportbus ausgeladen worden.

Die erste Nacht war kalt in 1.300 m. Nach einem Chai formiert sich das Team am Morgen zu einer letzten Vorbesprechung, dann geht es los. Jetzt in der Früh gilt es alles herzurichten bevor der Ansturm beginnt.
Schon bald finden sich die Patienten ein und nach einer kurzen Phase mit leichtem Chaos fügt sich alles - das Free Medical Hospital ist eröffnet.
Über Whatsapp trudeln schon bald die ersten Fotos ein, die wir hier mit euch teilen möchten.
Liebe Grüße von unserem Team!

 

Do 01.11.2018 - 10:14, geschrieben von Alexandra & Frank, veröffentlicht von Frank

Einkauf von Medizin usw. und Abfahrt in die Berge

Die letzten Tage hat das Team in Delhi unter Hochdruck alles besorgt, was für das „Free Medical Hospital“ in den Bergen noch benötigt wird. Ca. 1.500 vorregistrierte Patienten – da müssen Medikamente in ausreichender Menge mitgebracht werden, in den abgeschiedenen Bergdörfern gibt es sonst keinen Nachschub.
Eine Besichtigung einer kleinen Zahnarztpraxis bringt für Marcus und Christina eine neue Sicht auf die mögliche Erwartung der Patienten in den Bergen. Sofort wird die Einkaufsliste noch um einige zahnmedizinische Positionen erweitert.
Unterdessen kauft Alexandra Dinge die zur Versorgung der Patienten während der Behandlung benötigt werden. Auf der Suche nach Decken entdeckt sie eine kleine Weberei – eine Zeitreise erwartet sie nach dem Betreten des Gebäudes. Die Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten sind nicht vergleichbar mit der industrialisierten Welt in der Heimat. Nach einem Rundgang wird entschieden und der Eigentümer und die wenigen Angestellten sind überglücklich, als Alexandra viele der von ihnen handgewebten Decken für die Patienten kauft. Den Preisnachlass des Inhabers verteilt Alexandra vor seinen Augen an die Angestellten, leuchtende Augen und Gesten voller Dankbarkeit - auch von dem Chef der Weberei...
Zusätzlich werden Kochutensilien, Kocher, Planen, Leuchten und Verlängerungskabel gekauft. Die gesamte Infrastruktur des Camps wird in Zelten aufgebaut und auch die Patienten müssen nach z.T. stundenlangen Fußmärschen zum Behandlungsort mit Essen versorgt werden...

An den Abenden im Hotel gilt es dann die Listen abzugleichen und die Lieferungen welche im Hotel ankommen zu prüfen. Das Hotel im Stadtteil Karol Bagh liegt günstig und nach vielen Aufenthalten hat das Team auch die volle Unterstützung der gesamten Crew. Alle helfen mit bei der Verbringung der Kartons usw. in die Zimmer und einen Lagerraum.
Für die Zeit des Camps hat der Besitzer des Hotels sogar seine Unterstützung mit einem seiner besten Mitarbeiter zugesagt, Mr. Shukla, von der Rezeption, wird das Team als Übersetzer begleiten!

Die übrige Zeit kann natürlich auch für Vorbesprechung, letzte Planung und „Training“ genutzt werden. Michael zeigt z.B. Tobias und Jürgen, welche die Patientenaufnahme durchführen werden, die Handhabung verschiedener Geräte, wie Ihr auf den Fotos seht.

Das Abendessen kann immer zwischendurch um die Ecke im Food court eingenommen werden – eine Art indisches Schnellrestaurant mit lokalen Gerichten.
Nach vier Tagen heißt es um Mitternacht Abfahrt – mit einem 16-Sitzer Bus beginnt die Fahrt in den Norden. Vollbepackt mit allem Notwendigen und weiteren Begleitern verlässt das Team Delhi...

 

So 28.10.2018 - 17:45, geschrieben von Alexandra & Frank, veröffentlicht von Frank

Team gut in Delhi angekommen

Heute früh ist das siebenköpfige Team gut in Delhi angekommen. Mit dabei 19 Gepäckstücke mit über 300 kg, voll bepackt mit medizinischem Equipment, Medikamenten und selbst gestrickten Mützen unserer Strickfreundinnen. In den nächsten Tagen wird Medizin gekauft und andere notwendige Dinge wie z.B. Decken für Patienten, die im Camp in den Zelten übernachten müssen.

Für Michael, Tobias, Marcus, Michaela, Christina, Jürgen und Alexandra ist nun viel zu tun, bevor es mit Venu, Sunny und weiteren Begleitern in die Berge geht.
Dort haben Negi und Manju in langen Fußmärschen über viele Wochen Bergdörfer besucht und das „Free Medical Hospital“ angekündigt.
Inzwischen sind über 1.500 Patienten vorregistriert und auf unsere Freunde wartet eine Herkulesaufgabe…

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